„Lieferschein, Rechnung, Label, Zollpapiere — für jede Sendung einzeln, Klick für Klick. Geht das nicht in einem Rutsch?“
Geht: Heute zieht das Lager einen Schieberegler, den Rest erledigt „Pick & Ship“ — sieben Schritte, vom Lieferschein bis zur Versandbestätigung an den Kunden. Seit Juli 2026 auf den Tablets im Mundorfer Lager.
Was heute raus muss
Die Pickliste kommt direkt aus Business Central: Sie zeigt, was versandbereit ist, sortiert nach Dringlichkeit. Aufträge, die gerade noch bearbeitet werden, bleiben ausgegraut.
Nach der Anmeldung am Tablet läuft jeder Auftrag durch vier Reiter: Picken, Packen, Senden, Archiv.
| Fällig | Auftrag | Zusteller |
|---|---|---|
| Überfällig | Kunde F — VK-03081 · 12 Pos. · 9 kg | Standard |
| Heute | Kunde D — VK-03084 · 9 Pos. · 21 kg | Express |
| Heute | Kunde E — VK-03085 · 3 Pos. · 2 kg | In Arbeit |
Einmal durchs Lager, nicht kreuz und quer
Im Auftrag stehen die Positionen nach Halle, Gang und Fach gruppiert — ein Weg durchs Lager statt Zickzack. Kommissioniert wird per Fingertipp: Start, Fertig, Erledigt.
| Regal | Position | Menge |
|---|---|---|
| H1-010 · A | MCap Supreme 3,3 µF — ECAP.SUP-3,3 | Erledigt · 20 |
| H1-010 · A | Luftspule Backlack 1,0 mH — A100-1,0 | Erledigt · 12 |
| H1-030 · D | MResist Supreme 8,2 Ω — MR20-8,2 | Start · 4 |
Gegen echte Kartons
Gepackt wird, wie gepackt wird: Paket anlegen, die offenen Zeilen zuordnen. Maße und Gewicht kommen aus Standardkartons und den Artikelgewichten — errechnet, jederzeit überschreibbar. Fotos dokumentieren den Packzustand, Artikel-Etiketten kommen automatisch vom Zebra-Drucker.
Erst wenn jede Zeile verteilt und jedes Paket vermessen ist, gibt die App den nächsten Schritt frei.
| Paket | Inhalt | Maße · Gewicht |
|---|---|---|
| Paket 1 | 6 Zeilen — u. a. ECAP.SUP-3,3, A100-1,0 | 60 × 40 × 32 cm · 14,2 kg |
| Paket 2 | 3 Zeilen — u. a. MR20-8,2 | 40 × 30 × 20 cm · 6,8 kg |
Kontrolle, dann der Regler
Die letzte Ansicht vor dem Versand zeigt alles noch einmal: Pakete mit Maßen und Gewicht, die Fotos, den Zusteller — und ob die Sendung zollrelevant ist. Bei Drittland und Warenwert ab 1.000 Euro steht es schon hier: Die Ausfuhranmeldung geht beim Senden automatisch raus.
Dann der Schieberegler. Eine bewusste Geste statt eines Taps, denn ab jetzt gibt es kein Zurück: Ab dem Zug übernimmt der Server, das Tablet zeigt nur noch den Fortschritt.
Sieben Schritte, kein weiterer Klick
Die Kette läuft serverseitig, in fester Reihenfolge, und speichert nach jedem Schritt. Zuerst je Paket ein Lieferschein, dann die Sendung mit Label — und erst wenn das Label wirklich da ist, die Rechnung. Scheitert die Labelanfrage, existiert keine Rechnung, und der Schritt lässt sich gefahrlos wiederholen.
Für Drittlandsendungen laufen die Zollunterlagen automatisch mit: die Ausfuhranmeldung als Beauftragung an den Carrier, Handelsrechnung und Lieferscheine elektronisch an der Sendung — am Zielland wartet kein Papier.
Tracking, Belege, Kundenmail — in der Sprache des Kunden
Der Kunde bekommt seine Versandbestätigung auf Deutsch oder Englisch, mit Tracking-Link und den Lieferscheinen im Anhang — holt er selbst ab, stattdessen mit dem Gesamtgewicht für seinen Spediteur. Im Lager wandert der Auftrag ins Archiv: wer gepickt, gepackt und gesendet hat, alle Belege zum Nachdrucken, der Sendungsstatus beim Carrier und ob die Mail angekommen ist.
Hello, your order has left our warehouse today in 2 packages (21,0 kg). Track your shipment via the link below — the delivery notes are attached.
Und wenn etwas nicht passt?
Dann wird zurückgestuft. Automatisch, wenn eine Prüfung fehlschlägt: Der Auftrag fällt auf den vorigen Schritt zurück und zeigt, woran es hakt. Oder durch einen Prüfer, der den Auftrag vor dem Senden kontrolliert und ihn mit Begründung zurückschickt — die bleibt sichtbar im Kopf des Auftrags stehen, bis er wieder aufgeholt hat.
Doppelt gebucht, gelabelt oder gemailt wird dabei nie; ein echtes Storno bleibt Sache von Business Central.
Vom Konzept zum Lagerbetrieb: unter vier Wochen
Vor der ersten Zeile Code standen klickbare Entwürfe jedes Bildschirms, geprüft gegen die Felder in Business Central. Gebaut wurde danach zügig, abgenommen am lebenden System. Seit Juli 2026 läuft Pick & Ship im Lagerbetrieb.
Die sieben Schritte vom Zug am Regler bis zur gebuchten, gelabelten und gemailten Sendung laufen in rund 20 Sekunden.
Web-App im Lager, Business Central bleibt führend
Auf den Logistik-Tablets läuft eine installierbare Web-App. Dahinter übersetzt eine schlanke Bridge zwischen App und Business Central über drei Kanäle — auch dort, wo das System von Haus aus keine Schnittstelle mitbringt.
Der Packstand jedes Auftrags liegt in einer eigenen Datenbank; die Etiketten druckt ein Raspberry Pi im Lager. Business Central bleibt das führende System: Alle Belege entstehen dort. Fiele die App aus, ginge es jederzeit auf dem alten Weg weiter.